Rule of Law Chickens Coming Home to Roost

Ongoing assaults by Viktor Orbán’s Fidesz administration on the rule of law in Hungary have produced manifold reactions, generally of depressingly limited effectiveness. Last week, on 13 June 2024, in Case C-123/22 European Commission v Hungary, the Court ordered a record lump sum payment of €200,000,000 and a penalty payment of €1,000,000 per day of delay until an earlier 2020 Court ruling is complied with. Hungary thus received a stinging reminder that the Court of Justice is not toothless when it comes to the rule of law.

Austria‘s Action for Annulment

On 17 June, Austrian Minister for Climate Action and Environment Leonore Gewessler voted in favor of the Nature Restoration Law in the EU Council of Ministers. Although a seemingly unspectacular thing for a minister to do, this set off a political scandal and constitutional dispute in Austria. This blogpost examines whether one of the most ambitious pieces of EU environmental legislation could be struck down by the Austrian federalist system and an angry coalition partner within it. It argues that, given that this is essentially an internal national dispute, an action for annulment before the CJEU does not appear to be the appropriate legal remedy and is unlikely to succeed.

Downstream Emissions as Climate Impacts

In a 3-2 majority, the UK Supreme Court delivered a landmark ruling today, significantly impacting the consideration of climate impacts in the oil and gas licensing process. While the Government’s approach so far has been to only consider exploration and production emissions, the Court’s decision establishes that emissions resulting from burning the produced oil and gas (regardless of where it occurs) have to also be considered. The ruling is significant as it is the first highest court decision to adopt this interpretation on climate impacts of fossil fuel production. It will no doubt have a knock-on effect on at least three other cases pending before lower courts in the UK, and potentially affect cases both within and outside the European Union.

Ist der Green Deal der EU nach der Wahl des Europaparlaments verzichtbar?

Im Zuge der Wahlen zum Europäischen Parlament (EP) im Juni 2024 ist der Europäische Green Deal (EGD) in die Defensive geraten. Die Stimmungslage, die noch im Umfeld der Wahlen von 2019 herrschte, hat sich verändert. Damals wurde das Ergebnis der Wahlen als Plädoyer der Unionsbürger für eine ambitioniertere Klima- und Umweltpolitik verstanden und aufgegriffen. Aktuell sind andere berechtigte politische Anliegen wie Migration, Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität in den Vordergrund gerückt. Nicht verändert hat sich demgegenüber die Klimalage. Nach wie vor drohen die von der Wissenschaft ermittelten planetaren Belastungsgrenzen überschritten zu werden, die nicht zuletzt durch das im internationalen Übereinkommen von Paris rechtsverbindlich verankerte 1,5 bis 2 Grad-Ziel verstärkt politische Relevanz entfaltet haben.

The Emir Giveth, the Emir Taketh Away

Kuwait, a democratic outlier in a hopelessly authoritarian Gulf, is facing a constitutional crisis under its new Emir who is intolerant to his country’s never-ending political gridlocks. Over the next four years, expect a constitutional overhaul. Instead of emulating the Kais Saied model, which would scrap the entire democratic experiment, the new constitution should address the key flaws in a six-decade-old political system that has been plagued by persistent stalemates between the government and parliament.

Von Waffen wissen müssen

Das Verwaltungsgericht Berlin hat vergangene Woche einen Antrag abgelehnt, mit dem der Stopp von Waffenexporten nach Israel erwirkt werden sollte. Der Antrag war von mehreren Palästinensern gestellt worden, die zurzeit im Gaza-Streifen leben. Die Begründung des Gerichts orientiert sich zumindest augenscheinlich an der parallel gelagerten Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs (IGH) zum Eilantrag Nicaraguas gegen die Bundesrepublik: In beiden Fällen ist für die Ablehnung vorläufigen Rechtsschutzes ausschlaggebend, dass Deutschland derzeit keine Kriegswaffenexporte nach Israel mehr genehmigt. Der Beschluss des VG Berlin ist in sich zwar schlüssig, verdeutlicht aber einmal mehr die rechtsschutzfeindliche Ausgestaltung der aktuellen Kriegswaffenexportkontrolle.

Kein Grundrecht auf Zuwendungen für antisemitische und rassistische Kunstwerke

Eingangs des Beitrags “Antidiskriminierungsklauseln im Zuwendungs- und Förderungsrecht” wird zu Kritik und Gegenrede eingeladen. Es zeugt doch von einem sehr speziellen Freiheitsverständnis, wenn jede Hürde auf dem Weg zu einer staatlichen Subventionierung als Grundrechtseingriff verstanden wird, der funktional mit einem Verbot äquivalent sein soll. Grundrechtliche Freiheit tritt in Konsequenz als kollektiviert, reglementiert, zugeteilt, alimentiert, rationiert, also als wohlfahrtsstaatlich mediatisiert in Erscheinung.

Öffentlich-rechtlicher (G)rundfunk?

Nicht nur in den Kommentarspalten unter Social-Media-Posts von ARD und ZDF werden immer öfter Forderungen nach der Abschaffung des ‚zwangsfinanzierten‘ öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) laut. Ähnliche Forderungen genießen auch im analogen Leben große Beliebtheit, vor allem bei Anhängern der AfD. Die AfD sieht den ÖRR als Instrument für „Indoktrination und Propaganda“, das in dieser Form abgeschafft gehört, Björn Höcke hat bereits die Kündigung des Medienstaatsvertrags (MStV) gefordert. Angesichts dieser Entwicklungen und der anstehenden Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg scheint daher die Frage zwingend: Sind die Strukturen des ÖRR gegen Angriffe von Rechtsaußen abgesichert?

Einzug ohne Ausgleich

Da das Wahlrecht in Brandenburg und Sachsen den Ausgleich von Überhangmandaten begrenzt, könnten bei den anstehenden Landtagswahlen im September mehr AfD-Abgeordnete in die Landtage einziehen, als der Partei nach dem Verhältnis der abgegebenen Stimmen eigentlich zustünden. Eine Änderung des Wahlrechts ist nach den Wahlen dringend angezeigt. Wählende in Brandenburg sollten über eine strategische Abgabe ihrer Erststimme nachdenken – auch, um ein verfassungswidriges Wahlergebnis zu verhindern. 

Up to Four Times

The Council of Europe’s requirements for transparency in the process of selecting a national judge for the European Court of Human Rights (ECtHR) should be strengthened. This is the lesson to be learned from the saga of the selection of a Polish judge, lasting now for more than three years. Poland, which has been going through a crisis of the rule of law in recent years, and the ongoing process of its restoration, may serve as an important example.