Safe for whom?

The EU’s notion of “safe countries of origin” is on increasingly shaky ground. In a recent Opinion, Advocate General de la Tour suggests that a country can still be deemed safe even when specific groups face serious threats there. This reinterpretation breaks with established case law and risks hollowing out core procedural protections for asylum seekers across Europe. It remains to be seen how this stance will influence the delicate balance between efficient processing and safeguarding fundamental rights.

Dobrindts Rechtsbruch

Der neue Innenminister Alexander Dobrindt hat am 7. Mai 2025 die Bundespolizei angewiesen auch Schutzsuchenden bei Binnengrenzkontrollen die Einreise basierend auf § 18 Abs. 2 Nr. 1 AsylG zu verweigern (und diese in den jeweiligen angrenzenden Staat zurückzuweisen). Damit sind die bei Schutzsuchenden verpflichtend durchzuführenden Dublin-Verfahren für diese Personengruppe faktisch ausgesetzt. Davon ausgenommen sind nur „erkennbar vulnerable Personen“, die „weiterhin an die zuständigen Stellen oder Erstaufnahmeeinrichtung weitergeleitet werden.“ Diese Aussetzung des Dublin-Verfahrens an den deutschen Binnengrenzen ist evident rechtswidrig – also ein klarer Rechtsbruch.

Tilting the Scales

On April 10 2025 AG Norkus delivered his Opinion in the appeal of Hamoudi v Frontex (Case C-136/24). In it, he tackles a question that is pivotal not only for Mr. Hamoudi’s right to compensation but also for the evolution of the EU legal system: how should the CJEU address stark power imbalances in evidentiary matters? In formulating EU procedural rules for cases involving collective expulsions, the CJEU should take into account the blatant asymmetry in accessing evidence existing between asylum seekers adrift at sea and an EU Agency equipped with cutting-edge surveillance technology. Yet, the reasoning of the AG on the allocation of the burden of proof misfires in some crucial respects.

Law and Political Economy Beyond the State

The study of European Union Law from the perspective of Law and Political Economy (LPE) offers valuable insights from two perspectives. This post shows that on the one hand, LPE as a scholarly movement provides a critical framework for analysing fundamental legal aspects of the EU’s political economy and brings to the debate a much needed renewal of the importance of the critique of the political economy. On the other hand, investigating the EU from a perspective sensitive to LPE analysis is also a potentially enriching challenge for the scholarly movement itself.

Mit oder ohne Entscheidungsmacht?

Juristische Überlegungen zur verfassungsrechtlichen Rolle und Verstetigung von deliberativen Bürgerräten brauchen ein empirisches Korrelat. Deshalb haben wir Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, USA, Irland und Finnland befragt, welche politischen Kompetenzen Bürgerräte haben sollten und wie sie institutionell ausgestaltet sein müssten. Es gibt zwei Lesarten der Ergebnisse.

Zwischen Bühne und Bann

Nachdem die AfD vom Verfassungsschutz als gesichert extremistische Bestrebung eingestuft wurde, ist eine Debatte darum entbrannt, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Partei weiter Sendezeit geben soll. Dabei wird mitunter vertreten, dass es gegen den Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender verstoße, wenn sie AfD-Funktionäre einlüden. Eine Untersuchung der normativen Grundlagen ergibt, dass keine Pflicht dazu besteht, die AfD nicht einzuladen. Rechtspolitisch wäre es ohnehin fragwürdig, an die Einstufung des Verfassungsschutzes, die rechtlich auf einer dünnen Grundlage steht und das Ergebnis einer dem Innenministerium unterstellte Behörde ist, weitreichende Rechtsfolgen zu knüpfen. Dennoch verbleiben den Öffentlich-Rechtlichen durchaus Handlungsspielräume.

Wer ist dabei?

Ein besonderes Potenzial von Bürgerräten liegt in der Beteiligung derjenigen Bevölkerungsteile, die von der Wahlteilnahme ausgeschlossen sind. Dazu gehören 14,1 Millionen Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Um ihren Zugang zu Bürgerräten geht es in diesem Beitrag.

Reden ist Gold

Bei der Kommunikation über Bürgerräte sind drei Phasen zu unterscheiden: die Kommunikation, bevor er seine Arbeit aufnimmt, die Kommunikation, während er arbeitet, und die Kommunikation, nachdem er seine Arbeit abgeschlossen hat. In jeder Phase sind für eine ideale Kommunikation unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen.

Academic Vertigo

What is therefore needed is a much thicker description of the current phase of semantic destabilization. This implies to build a new questionnaire able to grasp the dynamics of contemporary legal controversies allowing to bring historical depth and socio-legal […] While there is certainly a large variety of methodologies able to address this questionnaire, […] I contend however that a socio-genetic approach is better equipped when it comes to unpack the notion of “context” and reconstitute the complex “hermeneutic space” of legal concepts that continuously move back and forth from the legal and the political fields.

Gleiche Eltern, gleiche Rechte

Die neue Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat angekündigt, das Familienrecht weiter reformieren zu wollen. Meint sie dabei auch das Abstammungsrecht? Ein Entwurf des Koalitionsvertrags hatte im März 2025 eine entsprechende Reform und die Ermöglichung der Co-Mutterschaft noch vorgesehen. Der letztlich beschlossene Koalitionsvertrag schweigt jedoch zum Abstammungsrecht. Dabei ist die Reform des Abstammungsrecht keine politische Gefälligkeit, sondern verfassungsrechtliche Pflicht.