The countering of migration with security

After the attacks of September 11, 2001, Europeanization received a particular boost in the European Union with the idea of creating a „Common European Asylum System“ (CEAS). Even a statement by Spain’s then-acting Foreign Minister Pique shortly after the attacks shows how immigration and terrorism were now directly linked: „The reinforcement of the fight against illegal immigration is also the reinforcement of the fight against terrorism.“ Concerns about the negative impact of migration on, for example, economic prosperity, national identity, social order, and state sovereignty preceded 9/11, but they transformed concerns into migration-related security fears. In Germany, too, the events ... continue reading

Mit Sicherheit gegen Migration

Die Bedenken über die negativen Auswirkungen von Migration auf beispielsweise den wirtschaftlichen Wohlstand, die nationale Identität, die soziale Ordnung und die staatliche Souveränität gingen 9/11 zwar voraus, doch sie haben die Bedenken in migrationsbezogene Sicherheitsängste verwandelt. Auch in Deutschland wurden Forderungen über eine „Verschärfung des Ausländerrechts“ laut. Dieses war zwar schon immer ein Gefahrenabwehrrecht, erst seit 9/11 aber werden Verbindungen zur Terrorismusgefahr gezogen: weg von der konkreten Gefahr zu einer abstrakten Gefährdung.

Die Versicherheitlichung und Kriminalisierung von Migration und Asyl in Großbritannien

Die 'Nationality and Borders Bill' stellt den Höhepunkt der zunehmend sicherheitsorientierten, kriminalisierten und feindlichen Haltung der britischen Regierung gegenüber Asyl und Migration dar. Der 11. September verfestigte den höchst zweifelhaften Zusammenhang zwischen Migration und Terrorismus, der noch heute von einigen in der Regierung hergestellt wird. In der Zwischenzeit hatte die britische Regierung jahrzehntelang eine restriktive Migrationspolitik und -praxis betrieben, die jetzt neue Extreme annimmt.

The UK’s Securitisation and Criminalisation of Migration and Asylum

The Nationality and Borders Bill is the culmination of the UK government’s increasingly securitised, criminalised and hostile approach to asylum and migration. While 9/11 served to solidify the highly dubious nexus between migration and terrorism, the UK (alongside other destination states) has for decades been implementing restrictive migration policies and practices designed to deter and prevent asylum seekers and other migrants from reaching its territories and accessing safety.

Delayed Parallels

Even though 9/11 has had a significant impact on the global linking of migration and security, different triggers may be required for each country for the concrete effects of this approach to emerge. For Turkey, the developments are parallel but delayed. Turkish immigration policy, which was trending towards becoming more liberal and rights-based after 9/11, has suffered a serious break after a series of terrorist attacks in the country.

We are at war

The state of the European Union's asylum and migration policy can be summed up as follows: 20 years after the attacks on the Twin Towers, the "war on terror" has become both a cause of people on the move, and serves at the same time as the normative underpinning for the unimaginable arms race that has taken place at the external borders of the EU. Legitimised by the political leadership of the European Union, it is now a reality that the principles of the rule of law have ceased to apply at the EU's external borders without consequence.

Wir befinden uns im Krieg

Auf diese Formel lässt sich der Zustand der Asyl- und Migrationspolitik der Europäischen Union bringen. 20 Jahre nach den Anschlägen auf die Twin Towers hat sich der Krieg gegen den Terror in einen Krieg gegen Menschen auf der Flucht verwandelt. Der „War on Terror“ ist Fluchtursache und schafft gleichzeitig die Legitimation, mit deren Stütze eine technologisch unvergleichbare Aufrüstung an den Außengrenzen der Europäischen Union vorangetrieben wird. Legitimiert von der politischen Führung der Europäischen Union ist es heute Realität, dass rechtsstaatliche Prinzipien an den EU-Außengrenzen systematisch und ohne Konsequenzen unter Verweis auf den Schutz der europäischen Grenzen außer Kraft gesetzt werden können.

Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung als Mittel zur Migrationskontrolle

Seit den Anschlägen vom 11. September ist der öffentliche Diskurs über Migration und Asyl stark von der Verknüpfung von Migration und Terrorismus geprägt und umgekehrt. Diese Tendenz wurde in Italien und in Europa ab 2015 noch deutlicher, als Europa mit einer doppelten Krise konfrontiert wurde: der (sogenannten) Flüchtlingskrise und der wachsenden Bedrohung durch ISIS. Die beiden Diskurse sind so eng miteinander verwoben, dass Asylbewerber immer häufiger als „Terroristen“ oder zumindest als potenzielle Terroristen bezeichnet werden. Dies ist auch in Italien geschehen, obwohl es in diesem Land weder Terroranschläge noch Hinweise auf eine Radikalisierung von Asylbewerbern gibt. Auch wenn sich die ... continue reading