Paths Untaken

If the development of certain technologies, such as advanced, unaligned AI, would be as dangerous as some have suggested, a long-termist legal perspective might advocate a strategy of technological delay—or even restraint—to avoid a default outcome of catastrophe. To many, restraint–a decision to withhold indefinitely from the development, or at least deployment, of the technology–might look implausible. However, history offers a surprising array of cases where strategically promising technologies were delayed, abandoned, or left unbuilt, even though many at the time perceived their development as inevitable.

Is Legal Longtermism Common Sense?

The past decade has seen a growing interest in protecting future generations from risks associated with climate change, pandemics, artificial intelligence, and other potential threats. Philosophical theories have developed in parallel, and those associated with the view that one should be particularly concerned with ensuring that the long-run future goes well have been referred to as longtermism. In the context of law, these theories form the basis for legal longtermism, the set of views associated with the claim that law and legal institutions ought to protect the far future. Based on a pair of recent empirical studies we show that legal experts and laypeople alike believe that the law should protect the long-term future much more than it currently does; that legal experts believe that the law can predictably and feasibly protect the long-term future; and that these beliefs hold true across major demographic subgroups.

Staatsgeheimnisse und effektiver Rechtsschutz nach 9/11

Staaten haben Geheimnisse, die sie nach ihren innerstaatlichen Rechtsvorschriften vor einer Veröffentlichung schützen. Besonders problematisch ist die Geheimhaltung, wenn sich das Verfahren um gravierende Menschenrechtsverletzungen dreht, die von staatlichen Stellen verübt worden sind. Hier kann die Geheimhaltung die justizielle Aufarbeitung staatlichen Unrechts beeinträchtigen oder gar ganz verhindern und den individuellen Anspruch auf effektiven Rechtsschutz leerlaufen lassen.

Staatliche Lobbyisten

Beauftragte, die sich als ausgegliederte Organisationseinheiten ohne imperative Kompetenzen einem spezifischen Belang widmen, finden sich auf der Parlaments- und auf unterschiedlichen Exekutivebenen. Besonders vielfältig und undurchsichtig erscheint das Ensemble der Beauftragten der Bundesregierung. Je nach Aufgabenbereich stellen sie Fürsprecher:innen einer Sache oder einer Personengruppe dar, bilden Institutionen der externen Verwaltungskontrolle, koordinieren zwischen Hoheitsträgern und/oder beraten die Regierung aufgrund ihrer besonderen Expertise.

Das Quasi-Mini-Ministerium

Mit den Worten, es handele sich um „ein[en] Fisch also, der gar kein Fisch ist, aber doch wie ein Fisch behandelt werden soll, obwohl er eigentlich für seine Aufgabe auch gar nicht Fisch sein müsste“ beschrieb ein ehemaliger Bundesjustizminister die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Er spielte dabei insbesondere auf das Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Parlamentarischen Staatssekretäre an, in dem das Bundestagsmandat als Ernennungsvoraussetzung abgeschafft werden sollte. Seine Worte beschreiben aber auch die Organisationsstrukturen und Aufgabenwahrnehmung der BKM zutreffend.

Wenig Lärm um nichts

Die Beauftragten der Bundesregierung gehören naturgemäß zu dem, was Walter Bagehot, der erste Theoretiker des Parlamentarismus, als den „ehrwürdigen Teil der Verfassung“ bezeichnet hat. Bagehot grenzte die „ehrwürdigen“ von den „effizienten“ Institutionen ab. Während in letzteren die politischen Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden, übernehmen die „ehrwürdigen“ Teile der Verfassung repräsentative Aufgaben und müssen ihre politische Agenda symbolisch verfolgen.

Wer sind die Regierungsbeauftragten?

Die Ernennung der Greenpeace-Aktivistin Jennifer Morgan zur Sonderbeauftragten der Bundesregierung für internationale Klimapolitik im Auswärtigen Amt erzeugte zuletzt ein großes Echo in der deutschen Medienlandschaft. Das öffentliche Interesse an den Beauftragten der Bundesregierung ebbt jedoch meist schnell nach der medienwirksamen Schaffung eines neuen Amtes ab und hat das Verfassungsrecht ebenfalls noch nicht nachhaltig beschäftigt. Dabei wäre ein Bundesbeauftragten-Gesetz wünschenswert.

Enabling Digital Authoritarianism in the Name of Counterterrorism

Nigeria's transition to a digital economy is in full swing. As terrorism and violent extremism are ravaging certain parts of the country, the mounting insecurity has necessitated huge budgetary allocations to national security, giving way to a new kind of digital authoritarianism. Serious concerns have been raised regarding the misuse of collected data and arbitrary surveillance, which undermine human rights and civic freedoms.

The European Union and Preventive (In)Justice

The expansion of the EU counter-terrorism acquis has signified what I have called the preventive turn in European security policy. Preventive justice is understood here as the exercise of state power in order to prevent future acts which are deemed to constitute security threats. There are three main shifts in the preventive justice paradigm: (i) a shift from an investigation of acts which have taken place to an emphasis on suspicion; (ii) a shift from targeted action to generalised surveillance; and, underpinning both, (iii) a temporal shift from the past to the future.

Die Europäische Union und präventive (Un-)Gerechtigkeit

Die Ausweitung der EU-Befugnisse im Bereich der Terrorismusbekämpfung steht für die präventive Wende in der europäischen Sicherheitspolitik. Unter Präventivjustiz wird hier die Ausübung staatlicher Macht verstanden, um zukünftige Handlungen zu verhindern, die als Sicherheitsbedrohung angesehen werden. Im Paradigma der Präventivjustiz gibt es drei Hauptverschiebungen: (i) eine Verlagerung von der Untersuchung von Handlungen, die stattgefunden haben, hin zu einer Betonung des Verdachts; (ii) eine Verlagerung von gezielten Maßnahmen hin zu allgemeiner Überwachung; und, was beide untermauert, (iii) eine zeitliche Verlagerung von der Vergangenheit in die Zukunft.