Articles for category: Focus

Die Menschenrechts­verletzung bzw. die Missachtung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht als zivilrechtlicher Haftungstatbestand

Die UN-Prinzipien für Wirtschaft und Menschenrecht („Ruggie-Prinzipien“) aus dem Jahr 2011 statuieren in ihrem Teil IV eine menschenrechtliche Verantwortlichkeit von Unternehmen („human rights due diligence“). Es fragt sich, ob und wie die Unternehmen für Verletzungen dieser Pflicht zivilrechtlich auf Schadensersatz haftbar gemacht werden können. Unter geltendem Recht ist eine solche Haftung nur sehr schwer zu begründen. Alexander Schall schlägt daher de lege ferenda ein Erfolgsdelikt der „Menschenrechtsverletzung“ in Anlehnung an § 823 I BGB vor („§ 823a BGB“). Alternativ könnte auch die „menschenrechtliche Sorgfaltspflicht“ der UN-Prinzipien direkt ausformuliert werden, zB als neuer Absatz 3 des § 91 AktG. Sie könnte als Schutznorm fungieren, bei deren Verletzung der daraus entstehende Schaden gemäß § 823 II BGB zu ersetzen ist.

Völkerrechtliche Verpflichtung der Bundesrepublik zum Erlass eines Lieferkettengesetzes

Über das Für und Wider eines Lieferkettengesetzes und dessen mögliche Inhalte wird seit einiger Zeit in Politik und Wissenschaft diskutiert. Dass die Bundesrepublik Deutschland mit einem sollen Gesetz auch zur Verwirklichung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte beitragen würde, ist unbestritten und im Nationalen Aktionsplan „Wirtschaft und Menschenrechte“ auch angelegt. Weniger klar und seltener diskutiert ist dagegen die Frage, ob Deutschland völkerrechtlich auch verpflichtet ist, ein derartiges Gesetz zu erlassen, um seiner menschenrechtlichen Pflichten zu genügen. Dieser Frage wird hier nachgegangen. Im Mittelpunkt steht dabei die territoriale Reichweite der Schutzdimension internationaler Menschenrechte.

Mehr Menschenrechts­schutz mit einem Lieferkettengesetz »Made in Germany«?

Das Völkerrecht sieht bisher keine Möglichkeit für Individuen vor, gerichtlich gegen Unternehmen aufgrund von Menschenrechtsverletzungen vorzugehen. Ein Lieferkettengesetz de lege ferenda könnte diese Lücke beim Rechtsschutz schließen. Die Möglichkeiten des Privatrechts sind bisher kaum ausgeschöpft. Der folgende Beispielsfall, der auf der Grundlage der Schilderung von Arbeitsrechtsverletzungen im Ananasanbau in Costa Rica in der Lieferkette deutscher Supermarktketten im Bericht „Süße Früchte, Bittere Wahrheit“ der Nichtregierungsorganisation Oxfam gebildet wurde, soll die zentralen kritischen Rechtsfragen deutlich machen.

Ein Lieferkettengesetz – wichtiger denn je

Wenn aktuell über Lieferketten gesprochen wird, geht es vor allem darum, wie ihre Funktionsweise trotz Corona-Krise aufrechterhalten werden kann. Über die Auswirkungen der Krise am Anfang der Lieferketten wird kaum gesprochen. Dort arbeiten Menschen unter Bedingungen, die keine soziale Distanz zum Schutz der eigenen Gesundheit erlauben. Weil europäische Firmen massenhaft Aufträge stornieren, werden Arbeiter*innen auf die Straße gesetzt, ohne dagegen sozial abgesichert zu sein. Das Lieferkettengesetz, um das es in diesem Symposium geht, ist ein Baustein für eine fairere Globalisierung.

States of Emergency

The fifty days of the ‘COVID-19 and States of emergency’ Symposium covered the height of the global legal reaction to the pandemic, offering a snapshot of countries in collective crisis. It began with a call for a global conversation on the kind of legal norms which should govern the situation of worldwide pandemic. This final contribution aims to trace the central themes, questions and issues raised by the Symposium.

China’s Response to the Coronavirus Pandemic: Fighting Two Enemies

The reality of China’s coronavirus experience raises distinctive legal-political concerns. The Party has used its vast and concentrated power to fight not only the virus, but also domestic critics of its response, including medical professionals, journalists, human rights activists, a constitutional law professor, and citizens simply speaking up via the social media because they were engaged, or enraged, or both. The fight against one of these ‘enemies’, inevitably, has affected that against the other.

Impacts of COVID-19 – The Global Access to Justice Survey

In addition to initiating a humanitarian crisis, the coronavirus outbreak is triggering multiple impacts (social, political, economic, environmental etc.) on the global stage, whose consequences – both negative and positive – were not only unforeseen, but remain unpredictable. We can be sure, however, that they will inevitably touch, one way or another, our justice and legal aid systems.

COVID-19, Constitutionalism and Emergencies under Ghana’s 1992 Fourth Republican Constitution

Ghana has adopted several measures in tackling the COVID-19 global pandemic, chief among them being the enactment of new legislation to tackle the issue, and the exercise of powers under pre-existing legislation. A formal state of emergency has not been declared in the wake of the pandemic, leading to debates, for instance regarding the impact of the current situation on the 2020 elections.

Russia – With Scepter and Corona

Since the first cases of COVID-19 were registered in Zabaikalsky kray and Tumenskaya oblast on 31 January 2020, the Russian government has reacted to the challenge of the epidemic by enacting new legislation and introducing some emergency measures. The pandemic is bringing new and unpleasant surprises, creating specific social, economic and legal hardships which is making the unstable life of Russian citizens even worse.