Ja oder Nein zu einem unabhängigen Schottland

13. Oktober 2012

Ja oder Nein zu einem unabhängigen Schottland

Der Weg zu einem schottischen Unabhängigkeitsreferendum ist frei. Letzte Woche, so meldet BBC, sind sich die britische und die schottische Regierung über die letzten Details einig geworden. Am Montag werden Cameron und Salmond das Abkommen unterzeichnen. Im Herbst 2014 werden die Schotten gefragt, ob sie das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland verlassen wollen: Ja oder Nein.

Den genauen Text der Referendumsfrage wird das schottische Parlament festlegen. Die britische Regierung hat ihrerseits darauf bestanden, dass es nur eine Frage gibt und nicht zwei, gleichsam eine Unabhängigkeit light als Rückfalloption für die Scottish National Party, falls die Mehrheit der Schotten sich doch nicht für die vollständige Unabhängigkeit entschließen können.

Das heißt: Ganz oder gar nicht. Die Briten folgen nicht dem Vorbild Kanadas, seine nach Unabhängigkeit strebende Provinz Quebec mit immer mehr Autonomie zufrieden zu stellen.

Vor allem ist damit klar, dass die Unabhängigkeitsfrage politisch gelöst wird und nicht verfassungsgerichtlich.

Spannend wird, wie jetzt Spanien reagiert. In Katalonien scheint sich die Mehrheit ebenfalls nicht länger mit Autonomiestatuten zufrieden zu geben, sondern fordert die vollständige Unabhängigkeit. Die spanische Regierung dürfte kein Interesse haben, in Schottland einen Präzedenzfall zuzulassen, und sie hat ein formidables Druckmittel in der Hand:  Schottland will schließlich EU-Mitglied werden, und zwar ohne langes Beitrittsverfahren. Wenn Spanien Nein sagt, dann wird daraus nichts. Was wiederum manchem Schotten den Spaß an der Vorstellung, von London loszukommen, rauben dürfte.

Na, in zwei Jahren kann noch viel passieren.


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Den genauen Text der Referendumsfrage wird das schottische Parlament festlegen. Die britische Regierung hat ihrerseits darauf bestanden, dass es nur eine Frage gibt und nicht zwei, gleichsam eine Unabhängigkeit light als Rückfalloption für die Scottish National Party, falls die Mehrheit der Schotten sich doch nicht für die vollständige Unabhängigkeit entschließen können.

Das heißt: Ganz oder gar nicht. Die Briten folgen nicht dem Vorbild Kanadas, seine nach Unabhängigkeit strebende Provinz Quebec mit immer mehr Autonomie zufrieden zu stellen.

Vor allem ist damit klar, dass die Unabhängigkeitsfrage politisch gelöst wird und nicht verfassungsgerichtlich.

Spannend wird, wie jetzt Spanien reagiert. In Katalonien scheint sich die Mehrheit ebenfalls nicht länger mit Autonomiestatuten zufrieden zu geben, sondern fordert die vollständige Unabhängigkeit. Die spanische Regierung dürfte kein Interesse haben, in Schottland einen Präzedenzfall zuzulassen, und sie hat ein formidables Druckmittel in der Hand:  Schottland will schließlich EU-Mitglied werden, und zwar ohne langes Beitrittsverfahren. Wenn Spanien Nein sagt, dann wird daraus nichts. Was wiederum manchem Schotten den Spaß an der Vorstellung, von London loszukommen, rauben dürfte.

Na, in zwei Jahren kann noch viel passieren.

Foto: Katherine (chatirygirl), Flickr Creative Commons

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