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Corona Constitutional #12: Netanyahu widerstehen

Die Bilder aus Tel Aviv vom letzten Sonntag haben viele beeindruckt: Eine Massendemonstration mitten in der Coronakrise, Tausende von Menschen, die ihren Protest gegen die Regierung Netanyahu mit ihrer physischen Präsenz unterlegen und dabei – das ist das besondere, – social distancing wahren. In Israel ist vieles besonders in diesen Tagen, die Pandemie trifft auf eine politische und eine Verfassungskrise, dem Regierungschef droht die Anklage und um ihr zu entgehen, nimmt er immer größere Schäden an der Verfassung in Kauf. Wie sich Demokratie und Rechtsstaat schlagen in diesem Konflikt, darüber spricht Max Steinbeis mit TAMAR HOSTOVSKY BRANDES.

Schmittian Instincts at Odds with Neoliberalism

Carl Schmitt is now regularly referenced in discussions of President Trump’s extraordinary and probably unprecedented claims to unchecked executive power. The President’s knee-jerk hostility to the administrative state, however, has helped spare Americans the worst consequences of his Schmittian legal instincts. Yet that hostility has come with its own high price.

Gegen obrigkeits­staatliche Tendenzen in der Krise

Als Korrelat zur krisenbedingten Rechtfertigung von Grundrechtseingriffen ergibt sich aus dem Prinzipiencharakter der Grundrechte eine Schutzpflicht des Staates, im Rahmen des Möglichen und nach Maßgabe dessen, was erforderlich und verhältnismäßig ist, eine Situation herbeizuführen, in der die Beschränkungen wieder aufgehoben werden können. Wenn das richtig sein sollte, hat das auch wichtige Konsequenzen für die Art und Weise, in der Diskussionen über die Lockerung der Coronamaßnahmen geführt werden sollten und nach welchen Maßstäben die Arbeit der Regierung/en sinnvollerweise beurteilt wird.

Iceland’s Rule of Common Sense … and Law?

While Iceland is not under a lockdown, the borders have been closed and wide-ranging measures implemented concerning a ban on gathering, social distancing, closing down or restricting the operation of schools, hair salons, organized sports and so on. When this is written, the current version of the ban on gathering is destined to last until 4th of May but some measures will be in place throughout the summer and maybe even longer. Now, gatherings of more than 20 people are forbidden, including in workplaces, cafés, restaurants and shops but special rules apply to grocery shops and pharmacies. The so-called two metre rule applies in these places. Other places have been shut down completely, such as gyms, swimming pools and pubs. The economic situation is also dire. Businesses are struggling and unemployment is on the rise. The last big depression is still fresh in memory. In what follows, I will focus on measures concerning the health crisis.

Europa als Haftungsunion – Europa scheitert an deutschen »Juristen«

Die aktuelle Diskussion um Coronabonds basiert auf der falschen Vorstellung, dass nationale Regierungen ihre Ausgaben durch den Verkauf von Anleihen an „die Märkte“ finanzieren. Während emotional „Solidarität“ eingefordert wird, haben EZB und EU die Weichen schon gestellt, damit sich eine Eurokrise mit Austeritätspolitik nicht wiederholt. Dies wird allerdings mittelfristig nicht ausreichen. Der Euro wird scheitern, wenn die Deutschen nicht einsehen, dass ihre „Juristen“ das Problem völlig verkennen – es geht nicht um Haftung.

Singapore’s Legislative Approach to the COVID-19 Public Health ›Emergency‹

Up till late March 2020, Singapore’s response to the COVID-19 pandemic was the envy of many nations. Its strategy of early testing, rapid contact tracing, and isolating cases and close contacts was praised for its effectiveness. Indeed, for some time, Singapore seemed to be successfully ‘flattening the curve’. And to top it off, the Singapore government managed to contain the spread of the disease while keeping workplaces, businesses, and schools open. This all, however, changed when a sudden spike in cases occurred in the latter half of March.

Corona Constitutional #11: Zusammengesperrt durch die Seuche

Description: Im Strafvollzug sind Menschen auf engstem Raum zusammen eingesperrt. Viele Gefangene gehören zu Risikogruppen. Der Staat, der ihnen die Freiheit entzieht, muss sie schützen – das ist er ihren Grundrechten schuldig. Wie geht das? Wie kann er den Virus draußenhalten und trotzdem die Menschenwürde, das Recht auf Resozialisierung und das Recht auf Ehe und Familie der Insassen wahren? Wie kriegt man auf rechtsstaatliche Weise die Gefängnisse leer, wenn es gesundheitspolitisch nötig ist? Darüber spricht Max Steinbeis mit JAN FÄHRMANN von der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Berlin.

Pandemie und Strafvollzug

Ein Ausbruch des Coronavirus hätte im Gefängnis schwerwiegende Folgen, weshalb unter anderem der Kontakt nach außen stark beschränkt wurde. Auch wenn all diese Einschränkungen dem Schutz der Gefangenen dienen, wirken sich diese für die Gefangenen und ihre Familien teilweise gravierend aus. Insbesondere ihre Rechte aus Art. 6 GG und das Recht auf Resozialisierung sind stark betroffen.

Legitimacy in the Time of Coronavirus

In this post, I want to focus on two issues of the many emergent themes in the constitutional politics of pandemic management: expertise and political accountability and the classic tension between legality and legitimacy in EU governance; and particularly what Max Weber, arguably the greatest theorists of political legitimacy, can teach us about these issues in the context of responses to the coronavirus pandemic.