Articles for tag: Law and EconomicsLPERechtstheorie

Fanfictioning Critical Theory

To redeem its commitment to an ‘emancipatory critique’, LPE would do good by supporting itself with a theory of science, or at least an epistemic program. While the critical tradition has raised powerful normative desires, it first and foremost stands for an alternative model of scientific reasoning. LPE, as will be shown, updates much of critical theory’s historical normative claims. Yet, at least from my readings, it appears to be missing out on a theory of science.

Chinese (Anti-)­Constitutionalism

Many (Verfassungs-)blog posts on China, be it on tweets, white papers, or the Social Credit System, criticize legal institutions and realities by highlighting their difference from “Western” or constitutionalist traditions. This makes it rather easy for the explicitly anti-Western and anti-constitutionalist official Chinese system of thought, Sino-Marxism, to reject any criticism – either as Eurocentric, (legal) Orientalist, and “culturally hegemonic” or as ignorant of “theoretical basis” of the Chinese system. Knowing Sino-Marxism, which provides powerful political but only limited analytical tools, is thus crucial for transnational and global constitutionalists in order to defend their values without being accused of a lack of understanding – also in the current case of Hong Kong.

Recht elitär: Benjamin Lahusen porträtiert Savigny

Warum studiert man in Deutschland nicht das Recht, sondern die Rechtswissenschaft? Womöglich gar im Plural? Das hat natürlich mit Friedrich Carl von Savigny zu tun. Und darum ist es nur folgerichtig, dass Benjamin Lahusen den so nachhaltig wirkenden Rechtsgelehrten in seinem elegant geschriebenen Savigny-Porträt als Chiffre für die ganze moderne Rechtswissenschaft verwendet. »Savignys Name erinnert daran, dass das Recht und seine Gesellschaft in einem beständigen Spannungsverhältnis stehen, dass Lebenswelt und Lebensregeln immer wieder aufs Neue miteinander auszusöhnen sind«, resümiert der an der Universität Rostock tätige Rechtshistoriker Lahusen, nachdem er seine Leser in fünf kunstvoll verflochtenen und schön zu lesenden Kapiteln ... continue reading

Laudatio für Gertrude Lübbe-Wolff aus Anlass der Verleihung des Hegel-Preises am 24. Juli 2012 in Stuttgart

Einer der zahlreichen Vorträge von Gertrude Lübbe-Wolff beginnt folgendermaßen: »Herr Gerhardt hat mich eingeladen, etwas über die aktuelle Bedeutung von Hegels Rechtsphilosophie zu sagen. Nichts lieber als das. An der Aktualität der Hegelschen Rechtsphilosophie leide ich geradezu, und über das, woran man leidet, spricht man ja gern. Die Aktualität der Hegelschen Rechtsphilosophie zeigt sich mir darin, dass ich öfter an Hegel denken muss, als mir lieb ist. Ich muss so oft an ihn denken, weil in unserer öffentlichen Kultur das Hegelwidrige so präsent ist.« Der Hegel-Preis wird zwar für Verdienste um die Entwicklung der Geisteswissenschaften vergeben, nicht speziell für die ... continue reading

Recht jenseits von Schrift

Ralf Zosel von Beck Online hat mich zum Verfassungsblog interviewt und das Tagung zu Rechtsvisualisierung und multisensorischem Recht kennengelernt – eine sehr spannende Veranstaltung: Im Mittelpunkt stand die Beobachtung, dass sich Recht nicht länger allein schriftlich-textuell verstehen lässt, sondern sich zunehmend in Bild, Ton etc. verkörpert. Ein Beispiel, das mir besonders einprägsam erschien: Im IT-Recht werden Powerpoint-Slides mit Grafiken zu Vertragsbestandteilen gemacht. Initiatorin