Parity Laws in Germany

Recently, the Thüringian State Constitutional Court struck down a new law requiring parity with regard to party lists for state elections in response to a challenge brought by the populist far-right Alternative for Deutschland. Many of the AfD’s and the male-dominated court’s arguments against the law are common worldwide in debates about quotas. In an increasing number of democracies around the globe, however, quotas have not only survived constitutional challenges but have come to be seen as an essential mechanism for achieving political equality. Empirical research has determined many common concerns about quotas are unfounded. Here I provide some responses to the AfD’s and the Court’s worries about the law, drawn from the extensive political science literature on gender quotas.

Electoral Quotas for Women

Electoral quotas for women (‘EQW’) have become a world trend, raising questions about their constitutionality in different legal systems. This short piece attempts to summarize some of the main issues involved in this debate and the courts’ approach to it. The text concludes by offering some general criteria to assess the constitutionality of EQW.

Offenkundig »offenkundig« nicht verstanden

Nachdem das Bayerische Staatsministerium die Zulassung des Volksbegehrens „#6 Jahre Mietenstopp“ versagt hatte, musste gem. Art. 64 Abs. 1 S. 1 LWG der Bayerische Verfassungsgerichtshof über dessen Zulassung entscheiden und lehnte sie am 16. Juli 2020 ab. Diese Entscheidung des BayVerfGH (mit 6 zu 3 Stimmen ergangen) überzeugt inhaltlich nicht und ist ein Exempel dafür, dass auch nach vielen Jahrzehnten verfassungsrechtlicher Entwicklung zentrale Fragen der Zuständigkeitsabgrenzung zwischen Bundes- und Landesverfassungsgerichtsbarkeit ungeklärt sind.

Mexico as an example of Gender Parity in Parliaments?

I would like to participate in the debate on gender parity in Parliaments with the experience of Mexico. Mexico for the first time in its history has 48,2% of women in the Deputies Chamber and 49,2% in the Senate. The parity achieved in the Mexican Congress was the result of successive legislative and constitutional reforms which were supported by the Supreme Court of Justice.

Heimliche Großzügigkeit

Milliarden hat der Fiskus durch die sogenannten „Cum/Ex“-Geschäfte verloren. Geld, das er sich eigentlich im Wege der sogenannten Tatertrageinziehung hätte zurückholen können. Soweit es um steuerrechtlich verjährte Ansprüche des Fiskus geht, hat der Gesetzgeber diese Möglichkeit aber vor wenigen Tagen still und heimlich – und ohne Not – mit dem Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz versperrt.

»Rasse« im Parlamentarischen Rat und die Dynamik der Gleichheitsidee seit 1776 (Teil V)

Es gibt keine „Rassen“ im biologischen Sinn. Rasse bleibt aber wichtig, weil und solange sie als gesellschaftliche Zuschreibung weiter die Wirklichkeit prägt. Den Begriff der Rasse im Grundgesetz zu streichen, ist nicht nur entbehrlich, sondern riskiert, den verfassungsrechtlichen Diskriminierungsschutz zu schwächen, statt ihn zu stärken. Das soll in diesem fünfteiligen Beitrag näher begründet werden – der mit dem heutigen fünften Teil abgeschlossen wird.

Von Auslegung, Abwägung und Abwegen

Das Urteil des Thüringer Verfassungsgerichtshofs vom 15. Juli 2020 zum sogenannten Paritätsgesetz sorgt derzeit für viel Kritik. Auch wenn diese oft eher politischer als rechtlicher Natur ist, zeigen nicht zuletzt die zwei Sondervoten der Richterin Licht und des Richters Petermann sowie der Richterin Heßelmann, dass es sich auch in juristischer Hinsicht um ein besonders streitbares Urteil handelt. Beide Sondervoten monieren unter anderem das Fehlen einer Güterabwägung. Es stellt sich damit die Frage inwieweit das Urteil in dogmatischer Hinsicht überzeugen kann

»Rasse« im Parlamentarischen Rat und die Dynamik der Gleichheitsidee seit 1776 (Teil IV)

Es gibt keine „Rassen“ im biologischen Sinn. Rasse bleibt aber wichtig, weil und solange sie als gesellschaftliche Zuschreibung weiter die Wirklichkeit prägt. Den Begriff der Rasse im Grundgesetz zu streichen, ist nicht nur entbehrlich, sondern riskiert, den verfassungsrechtlichen Diskriminierungsschutz zu schwächen, statt ihn zu stärken. Das soll in diesem fünfteiligen Beitrag näher begründet werden, dessen erste drei Teile bereits erschienen sind (vgl. Teile I, II und III) und dessen letzter Teil morgen erscheinen wird (vgl. dann Teil V).

Gender Quotas and the Injuries to Electoral Freedom

Last week’s decision by the Thuringia state constitutional court to invalidate parity legislation destabilizes a widespread understanding of the German constitutional law of sex equality as seen from outside. Because Article 3.2 of the German Basic Law (GG) since 1994 has explicitly stated that “the state shall promote the actual implementation of equal rights for women and men, and eradicating disadvantages that now exist,” it was long assumed by jurists and scholars throughout the world that gender parity measures to overcome women’s disadvantage or underrepresentation in positions of power were permitted, if not encouraged, by German constitutional law. By invalidating the parity legislation, the Thuringia constitutional court calls this understanding into question.

»Rasse« im Parlamentarischen Rat und die Dynamik der Gleichheitsidee seit 1776 (Teil III)

Es gibt keine „Rassen“ im biologischen Sinn. Rasse bleibt aber wichtig, weil und solange sie als gesellschaftliche Zuschreibung weiter die Wirklichkeit prägt. Den Begriff der Rasse im Grundgesetz zu streichen, ist nicht nur entbehrlich, sondern riskiert, den verfassungsrechtlichen Diskriminierungsschutz zu schwächen, statt ihn zu stärken. Das soll in diesem fünfteiligen Beitrag näher begründet werden, dessen erste zwei Teile bereits erschienen sind und dessen zwei weitere Teile in den nächsten Tagen erscheinen werden.