A Hungarian Judge Seeks Protection from the CJEU – Part II

In 2012, Hungary introduced a unique system of judicial administration that was criticized by domestic and international actors. This criticism has been validated by events since then which have shown that the National Judicial Council, the highest collective body of judges, is practically unable to counter-balance the broad powers of the President of the National Judicial Office (NJO). This has caused tensions between judges and the judicial administration, something that was predictable in 2012 when the system was introduced and has led to what can only be described as a ‘constitutional crisis’.

Die USA rufen, das Grundgesetz antwortet

Soll sich die Bundeswehr an einem militärischen Einsatz in der Straße von Hormus beteiligen? Gefühlt im Stundentakt positionieren sich im Augenblick die unterschiedlichsten Minister und Ministerinnen, teilweise unter interessanter Auslegung der eigenen Ressortkompetenz, ob die Bundesregierung dem Ruf der USA folgen soll oder nicht. Die USA verfolgen damit konsequent ihre außenpolitische Strategie, weiter auf bi- oder multinationale Armeebündnisse zu setzen, anstatt auf die kollektiven Sicherheitssysteme wie NATO oder UN zu vertrauen. Diese Strategie stellt die verfassungsrechtlichen Vorgaben zu Einsätzen der Bundeswehr vor große Herausforderungen.

Der »tote Winkel« des Rechtsschutzes

Nach dem großen Echo rund um die Entscheidung des Wahlausschusses und der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, ging auch der Beschluss des Verfassungsgerichtshofs Sachsen schnell über die Agentur-Ticker. Danach muss die AfD-Liste auch für die Plätze 19 bis 30 zugelassen werden. Wenig Beachtung fand dabei der bemerkenswerte Inhalt der Entscheidung: Die Richter deuteten an, dass sie das geltende sächsische Wahlrecht, das insoweit mit dem gesamtdeutschen Wahlrecht übereinstimmt, in Bezug auf den Rechtsschutz vor der Wahl für verfassungswidrig halten. Sie hätten dabei aber durchaus noch einen Schritt weitergehen können.

Der Hund und die Macht über den Wurstvorrat

Zum wiederholten Male ist die Hoffnung der Euro- und EU-Kritiker enttäuscht worden, das Bundesverfassungsgericht würde der europäischen (Finanz-)Krisenpolitik einen Riegel vorschieben und vorschreiben, welche Eingriffsmittel in Krisenzeiten im Euroraum vielleicht recht, aber nicht mehr rechtens sind. In ihrer gestrigen Urteilsverkündung haben die Verfassungsrichter festgestellt, dass die Europäische Bankenunion weder die deutsche Verfassungsidentität verletze und dass die EZB auch nicht ultra vires handle.

Mehr als Förmelei

Eine politisch unbeeinflusste Auswahl von Richter_innen unter Einhaltung des dafür vorgesehenen Verfahrens ist notwendig, um eine unabhängige Justiz und die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats zu erhalten. Die Entwicklungen der letzten Jahre, insbesondere in Polen und Ungarn aber auch die Kammerentscheidung des EGMR in Bezug auf die nach nationalem Recht gesetzeswidrige Besetzung des isländischen Berufungsgerichts Landsréttur, führen die Bedeutung der Auswahlverfahren deutlich vor Augen. Ein Fall aus Schleswig-Holstein gibt nun Anlass, auch vor der eigenen Haustür zu kehren.

A Hungarian Judge Seeks Protection from the CJEU – Part I

For the first time, a Hungarian judge stayed proceedings to ask the CJEU preliminary questions about the independence of Hungarian courts. The questions concern the appointment of court presidents and the low salary of judges. The response of Hungarian authorities was quick: Within a week, the Prosecutor General requested the Kúria (Hungary’s Supreme Court) to review the reference with the possible effect of deterring other judges from asking similar questions.

Strengthening the President – Betraying Maidan?

Last Sunday's parliamentary elections resulted in a composition of the Verkhovna Rada – the Ukrainian parliament – which guarantees a solid majority to the President's party. The circumstances leading to the prematurely held elections, however, were more than doubtful from a constitutional law perspective. The Constitutional Court (CC) confirmed the dissolution of Ukraine’s parliament as constitutional in a controversial decision which strengthens the position of the president and thereby ignores the intentions and objectives of the Maidan revolution of 2014.

Von der Wiege bis zur Bahre?

Die SPD ist in der Krise. Die Wählerinnen laufen ihr ebenso weg wie die Mitglieder. Nur Thilo Sarrazin, seit 45 Jahren Parteimitglied und zwischenzeitlich im Vorstand der Bundesbank, will von der SPD nicht lassen. Er muss aber, das hat nach langem Zögern ein Parteischiedsgericht entschieden. Zwar hat Sarrazin angekündigt, sich gegen seinen Parteiausschluss durch alle Instanzen zu wehren. Dieser Weg aber verspricht keinen Erfolg.

A Judge Born in the USSR

The Sofia City Court which is notorious for its corruption is currently dealing with its latest scandal which involves the citizenship of the court’s President Alexey Trifonov. There are rising concerns that he is not a Bulgarian citizen – holding Bulgarian citizenship, however, is a requirement to serve as a magistrate in Bulgaria. The answer to a question, which appears to be simple at first glance – what is judge Trifonov’s citizenship? ­– requires the study of USSR and Bulgarian citizenship law applicable in 1972. The issue has already reached Bulgaria’s Supreme Administrative Court and illustrates the deplorable state of Bulgaria’s rule of law.