Das Arbeitsparlament im Wartemodus – ein Hauptausschuss für den 19. Deutschen Bundestag?

Am Dienstag konstituiert sich der 19. Deutsche Bundestag. Damit rückt auch das parlamentarische Geschehen wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit. Der Bundestag ist ein Arbeitsparlament – nicht im Plenum, sondern in den Fachausschüssen und Fraktionen findet der Großteil der Parlamentsarbeit statt. Eine Einsetzung der Ausschüsse ist aber noch nicht in Sicht. Traditionell beginnen sie ihre Arbeit erst nach der Regierungsbildung, dann sind Ressortzuschnitt und Personalfragen geklärt. Je länger die Jamaika-Koalitionsbildung also dauert, desto wahrscheinlicher wird eine Neuauflage des Hauptausschusses.

The Kurdistan Independence Referendum and Constitutional Self-Determination

Iraq’s Kurdistan Regional Government (KRG) held a non-binding independence referendum on 25 September 2017. Voters were asked: ‘Do you want the Kurdistan Region and the Kurdistani areas outside the region’s administration to become an independent state?’ Voting occurred in Kirkuk and the Kurdish-controlled parts of other territories in northern Iraq whose disputed status is recognized in the Iraqi constitution. In retrospect, Kurdish leaders seem to have overreached politically, as the Iraqi armed forces and allied militias have in recent days seized Kirkuk Governorate from Kurdish control. But was it legal overreach?

Playing the Referendum Game in Northern Italy

Three weeks after Catalonia, two of Italy’s wealthiest regions are going to the polls over similar issues related to autonomy. On Sunday, the northern regions of Lombardy and Veneto will vote on a one-question query on whether to demand greater autonomy from Rome. Despite their apparent simplicity, both questions are formulated in such a way as to be misleading. Few months before the national election, the referendum may be considered as a test for Northern League, or even a rehearsal in view of a political campaign based on the promise of a greater return on taxes.

Völkerrecht und Verfassungsrecht: Wie eine Volksinitiative in der Schweiz herbeiführte, was sie abzuschaffen vorgibt

Eine neue Volksinitiative in der Schweiz – sie nennt sich “Selbstbestimmungsinitiative” – will das Verfassungsrecht über das Völkerrecht stellen (mit Ausnahme des zwingenden Völkerrechts). Sie verlangt, vereinfacht gesagt, für den Fall von Normkonflikten, dass Verträge, die nicht dem Referendum unterstanden, verletzt werden müssen, die anderen gekündigt. Während die Initiative, deren Abstimmung für das kommende Jahr erwartet wird, auf großen Widerstand stoßen wird, kann sie bereits jetzt für sich die ironische Vorwirkung in Anspruch nehmen, dass sie herbeigeführt hat, was sie abzuschaffen vorgibt.

The Spanish Constitutional Crisis: Law, Legitimacy and Popular Sovereignty in Question

The Spanish constitutional crisis is escalating, and it has now – finally – found broader attention, thanks to the referendum on 1 October and the violence of the Spanish police trying to prevent it from being held. Still, much confusion reigns on how to approach the crisis, apart from the obvious condemnation of the human rights violations during the referendum and in the weeks leading up to it. Having been a close observer of the unfolding crisis for the last decade, here some attempts at clarification.

Catalan secessionism faces the European Union

Catalan secessionists have constructed a hypothetical place for an independent Catalonia within the EU on the basis of three explicit assumptions.((See on this issue Carlos Closa (ed.) Secession from a Member State and Withdrawal from the European Union;Troubled Membership, Cambridge University Press 2017)) They assume, firstly, that the EU will treat their demands sympathetically. This first assumption explains the calls from various political actors, including the Mayor of Barcelona, Ada Colau, the Catalan Minister of Foreign Affairs, Raúl Romeva and even the European Parliament’s Green Group who coincided, prior to 1-O, in their request to the Commission for mediation. And ... continue reading

Eine Obergrenze für den Bundestag: Wie die dringend nötige Reform des deutschen Wahlrechts gelingen könnte

Will man angesichts der enormen Aufblähung des Parlaments nach den jüngsten Bundestagswahlen den Kopf nicht in den Sand stecken, bedarf es einer überzeugenden Verfahrensalternative. Hierfür könnte sich die Bundespolitik die kanadische Provinz British Columbia zum Vorbild nehmen – und dabei auch von den dort gemachten Fehlern lernen.

Sozusagen ein Referendum: Bericht aus Barcelona, Teil 2

Niemand kann mehr sagen, was das Recht ist in Katalonien. So ist das bei Revolutionen: Das alte Recht gilt nicht mehr, das neue noch nicht. Es gilt, was sich am Ende effektiv durchsetzt. Die spanische Regierung, da sind sich alle meine Gesprächspartner einig, hat mit den hässlichen Bildern von Polizeiknüppeln und Platzwunden gestern eine schwere Niederlage erlitten. Aber wer am Ende gewinnt, ist damit noch längst nicht raus.

Die unmögliche Revolution: Bericht aus Barcelona, Teil 1

Dies ist keine Stadt in Aufruhr, ganz im Gegenteil. Niemand in den Menschenschlangen vor den Wahllokalen hat Angst. Von der Zukunft, wie das tatsächlich werden wird ohne Madrid und so ganz auf sich gestellt, davon ist kaum die Rede. Die EU-Mitgliedschaft, die rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen, das wird dann schon werden. Es sind die gut Ausgebildeten, die sich einreihen in die Schlange, die Bessergestellten, die Alteingesessenen, die sich nicht zu fürchten brauchen (glauben). Sie freuen sich. Und vor allem: sie wollen wählen. Die Frage ist: mit welchem Recht? Und mit welchen Folgen?