Warum die staatliche Förderung von Nichtregierungsorganisationen parlamentsgesetzlich zu regeln ist

Die teils mit gegenseitigen Unterstellungen stattfindende Diskussion zu der staatlichen Förderung von Nichtregierungsorganisationen kann positiv gewendet werden. Sie kann dazu dienen, sich der verfassungsrechtlichen Vorgaben staatlicher Förderung zu vergewissern. Nach der die Reichweite des Parlamentsvorbehalts bestimmenden Wesentlichkeitstheorie spricht vieles dafür, künftig die staatliche Förderung von Nichtregierungsorganisationen parlamentsgesetzlich zu regeln.

Man wird ja wohl mal fragen dürfen?

Dass die Regierung nicht einfach daherreden kann, was ihr gerade in den Sinn kommt, sondern auch in ihrer öffentlichen Kommunikation an die Verfassung gebunden ist, gehört mittlerweile – nicht zuletzt aufgrund umfassender verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung – zum verfassungsrechtlichen Allgemeinplatz. Aber wie ist es eigentlich um die öffentliche Kommunikation des Bundestages bestellt? Anlass, sich diese Frage einmal genauer anzusehen, bietet ausgerechnet eine kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion. Ein Schelm, wer hier Ironie erkennen will.

Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall verboten

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall ausgesetzt werden könne. Dabei verlangt der unantastbare Kernbereich dieses Grundrechts gerade im Verteidigungsfall uneingeschränkte Geltung. Seine Einschränkung würde bedeuten, dass Gewissensentscheidungen hinter die Pflicht zur bewaffneten Landesverteidigung zurücktreten müssten – ein Widerspruch zum verfassungsrechtlichen Schutz der individuellen Gewissensfreiheit.

Criminalizing Knowledge

When does sharing information become an act of disloyalty to the state? Three bills advancing through Israel’s Knesset aim to answer this question decisively: any cooperation with international justice mechanisms, particularly the International Criminal Court (ICC), would constitute a betrayal of the state punishable by up to life imprisonment. This legislative package marks a dramatic shift from merely opposing international criminal jurisdiction to criminalizing the very act of documentation and information-sharing about potential human rights violations. For Israeli scholars researching international humanitarian law, the message is clear: our academic work could become a criminal offense if it finds its way to international courts.

A New Step in the Greening of the Right to Life

In Cannavacciuolo and Others v. Italy, the European Court of Human Rights unanimously found a violation of Article 2 ECHR on account of the State’s failure to protect the right to life of residents in an area of Southern Italy known as the “Land of Fires” (Terra dei Fuochi). This is the first judgment linking a violation of the right to life to the prolonged exposure to pollutants released into the environment. The decisive element for the applicability of the right to life has been a shift in the Court’s approach to the causal link requirement that triggers a violation of Article 2. The Cannavacciuolo judgment should therefore be seen as a turning point for climate and environmental justice.

Mit Pflichtarbeit erziehen?

Der Bezug existenzsichernder Sozialleistungen gilt im politischen Diskurs als verwerflich: In einer stark vereinfachten Transferbetrachtung wird davon ausgegangen, vermeintlich in selbstverschuldeter Armut lebende Personen lebten von der Arbeit anderer. Neueste Ausprägung eines stigmatisierenden Diskurses über Sozialleistungsempfänger*innen ist es, die Arbeitspflicht für Leistungsbeziehende nach dem AsylbLG einführen bzw. ausweiten zu wollen. Solche populistischen Forderungen verkennen sowohl die verfassungsrechtlichen Grenzen als auch die fragwürdige Wirksamkeit von Arbeitsverpflichtungen.

Where Is Our Outcry?

Two universities – the LMU Munich and the Freie University Berlin – cancelled events featuring Francesca Albanese, the UN Special Rapporteur on the situation of human rights in the Palestinian Territory occupied since 1967. Isn’t this the moment when we should finally speak up, even if we have not done so before for fear of taking a wrong step in the minefield that is the Israel/Palestine debate? Francesca Albanese is our colleague. The holder of a mandate by the Human Rights Council. A globally well-respected scholar of international law who speaks at universities around the world.

Vielfalt am Rande

Vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk dürfen wir ein Programm erwarten, das die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit achtet und Themen- und Meinungsvielfalt möglichst breit und ausgewogen darstellt – so zumindest verlangt es § 26 Abs. 2 S. 2 MStV. Doch kann ein Sendungsformat, das als „Wahlarena“ gebrandet und kurz vor der Bundestagswahl 2025 ausgestrahlt wird, jedoch nur bestimmte Parteien berücksichtigt, diesem Vielfaltsgedanken Rechnung tragen? Ja, sagt das OVG NRW – nein, sagt der VGH Baden-Württemberg.

A Sisyphean Task?

Ethiopia finds itself at a critical juncture in its attempt to embark on a journey of confronting its violent past through a multi-prong transitional justice process. Despite notable progress in drafting the legal frameworks and the establishment of necessary institutional structures to set the wheels of transitional justice in motion, public trust in the current process remains fragile. The government's current crack down on civil society organizations and media freedom is likely to exacerbate this problem.

Der geheimnisvolle Pegasus

Die Abwägung zwischen staatlicher Geheimhaltung und Informationsrechten stellt eine zentrale Herausforderung demokratischer Rechtsstaaten dar. Das Bundesverwaltungsgericht hat kürzlich entschieden, dass der Bundesnachrichtendienst einem presserechtlichen Auskunftsanspruch zum Einsatz der Spionagesoftware „Pegasus“ nicht nachkommen muss. Diese sicherheitsorientierte Rechtsprechung ist sachgerecht, da vollständige Transparenz im Sicherheitsbereich weder praktikabel noch funktional wäre.