Connective and Disjunctive Memory

Digital memory scholars highlight a shift to “connective memory”, which connects individuals to a multitudes of users as opposed to the memory of a collective. Additionally, the importance of forgetting has become an essential demand of participants in digital communication, which leads to the importance of understanding “disjunctive memory” as well. Undermining the hopes for progressing empathy and understanding in the digital age, its disruptive effects materialize in Russian digital media discourse in the 2020s.

Voraussetzungen des Vertrauens im Auslieferungsrecht

Die Auslieferung von Maja T. nach Ungarn im Juni 2024 hat erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken aufgeworfen. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 24. Januar 2025 das Kammergericht nun für seine Entscheidung und die unzureichende Prüfung der Haftbedingungen in Ungarn kritisiert. Das Urteil betont die Pflicht der Gerichte, Zusicherungen im Auslieferungsverfahren nicht ungeprüft zu akzeptieren und stärkt die Position von Personen in Auslieferungsverfahren.

Keine Wahl

In Deutschland leben schätzungsweise 13 Millionen Menschen mit Behinderungen. Viele von ihnen werden ihre Stimme am 23. Februar weder in allgemeiner noch in geheimer Wahl abgeben können. Denn eine erhebliche Zahl von Wahllokalen ist nicht barrierefrei. Dafür hat der UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderung Deutschland 2023 gerügt und empfohlen, „die Barrierefreiheit von Wahlunterlagen und Wahllokalen bundesländerübergreifend, insbesondere in ländlichen Gebieten, und bei der Entwicklung elektronischer Wahlsysteme sicherzustellen.“ Das ist noch immer nicht flächendeckend passiert.

Mehrdeutige Wortfolge, pauschale Kriminalisierung

Das Landgericht Berlin I hat mit Urteil vom 8. November 2024 die Wortfolge "From the river to the sea" als Kennzeichen der Hamas eingestuft und eine Angeklagte wegen Verstoßes gegen § 86a StGB (Verwenden von Kennzeichen terroristischer Organisationen) zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagte hatte sich auf Social Media explizit zur Hamas bekannt und den Slogan in Posts verwendet. Das Urteil geht über den Einzelfall hinaus, indem es generell die Wortfolge kriminalisiert. Dies ist besonders problematisch, weil die Formulierung mehrdeutig ist und in verschiedenen Kontexten – auch ohne Bezug zur Hamas – genutzt wird.

In wessen Feld liegt der Ball?

Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsmäßigkeit des § 4 Abs. 4 BremGebBeitrG bestätigt und damit die Möglichkeit geschaffen, die Mehrkosten für Hochrisikospiele in der Fußball-Bundesliga auf die Veranstalter umzulegen. Die Folgen der Entscheidung sind noch nicht klar: Auch andere Bundesländer müssen nun entscheiden, ob sie ähnliche Regelungen wie Bremen einführen. Zudem stehen Fragen zur praktischen Umsetzung, gerichtlichen Kontrolle und verbandsinternen Kostenverteilung im Raum.

A Dangerous Departure

Governments from Argentina to the United States to Hungary and beyond are engaging in concerted efforts to assail and undermine sexual and reproductive rights that have long been understood as gendered interpretations of fundamental rights under international law. In this context, the recent decision by the Inter-American Court of Human Rights in Beatriz v. El Salvador is a missed opportunity to consolidate the Court’s jurisprudence on sexual and reproductive health and rights and defend the legitimacy of international human rights law.

Ceci n’est pas un Ban?

On 19th January 2025, the ‘Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act’ became operative in the USA in respect of TikTok, routinely (but somehow deceptively) referred to as ‘TikTok ban’. I will not deal in detail here with the saga (which readers of this blog are already familiar with), but with the misalignment between legal form and political narrative: A vaguely formulated statute became a symbolical proxy for principled confrontation over the underlying values.

America’s First Religious Public School?

On 24 January 2025, the US Supreme Court granted certiorari to a case that could fundamentally reshape the nature of public education in the United States by permitting public schools – so called charter schools – to become religious in character. However, this blog argues that this case is not merely about school choice or religious freedom, but rather reflects the culmination of “private disestablishment”— a legal phenomenon where entities that operate at the blurred boundary between public and private recast themselves as entirely private actors while performing public functions. By doing so, they secure public benefits—such as funding and regulatory advantages—without bearing the constitutional obligations, such as anti-discrimination mandates or religious neutrality, that typically constrain public institutions. 

Asyl für russische Kriegsdienstverweigerer

Während die Unionsparteien mit Stimmen von AfD und FDP mutmaßlich rechtswidrige Migrationsanträge im Bundestag verabschieden lassen und die Brandmauer zur extremen Rechten abtragen, wird in Deutschland (vorerst) weiter über Asylanträge entschieden. In zwei bemerkenswerten Urteilen hat das Verwaltungsgericht Berlin festgestellt, dass russischen Kriegsdienstverweigerern aufgrund des drohenden Einsatzes in einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg subsidiärer Schutz zustehe. Es wendet sich damit nicht nur gegen die Entscheidungspraxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), sondern auch gegen das eigene Oberverwaltungsgericht.