Jewish Past, Mnemonic Constitutionalism and the Politics of Citizenship

For this symposium essay, I will focus on the Jewish past, with its tragedies extending beyond and preceding the Holocaust as a master narrative unfolded by mnemonic constitutionalism. Specifically, I will reflect on how citizenship laws – as the foundational cluster of constitutional law in liberal democracies, including the countries without a formal constitution – have built constitutional ontologies upon the Jewish past and the “never again” theme through three central examples involving “Jewish citizens”.

Freedom to Discuss Religion Between Facts and Opinions

In a recent televised discussion in Turkey, two Youtube-influencers have discussed Sharia law and Muhammad’s marriage with Aisha. This has caused strong reactions on social media. Moreover, after a public statement of the Justice Minister, a criminal investigation has been initiated. I argue that such statements should enjoy the full protection of freedom of expression. However, I criticise the distinction between “statements of fact and value judgements” as introduced by the ECtHR in case E.S. v Austria.

Poverty as a Crime

In June 2024, the U.S. Supreme Court in the Opinion City of Grants Pass v. Johnson held that the Constitution does not guarantee individual protection against the criminalisation of homelessness. Similarly, in May 2024, the European Court of Human Rights found the case concerning the criminalisation of begging, Dian v. Denmark, inadmissible. Both of these judicial decisions are disputed since the criminalisation of poverty cannot solve the problem of homelessness or begging. Rather, it violates the fundamental dignity of the individual.

A Union of Equality?

Last Thursday, Ursula von der Leyen, the new – and former – President of the EU Commission presented the ‘Political Guidelines for the next European Commission 2024-2029’, her ideas and priorities for the coming mandate. This blogpost will examine whether the Guidelines are living up to the scale of the gender-related concerns and challenges that are facing the Union, as Ursula von der Leyen promises. It identifies a shift in tone in the Commission’s pledges to promoting gender equality and outlines some proposals that the German Women Lawyers Association (djb) has advanced in order to help tackle these challenges.

Vereinsverbote und wehrhafte Demokratie

Es ist richtig, dass die zuständige Verbotsbehörde die Grenzen des geltenden Rechts und damit der wehrhaften Demokratie gegen die COMPACT-Magazin GmbH austestet. Die Rechtsprechung zu Verboten von Medienorganisationen ist bisher nämlich nur bedingt aussagekräftig. Grundrechte wie die Meinungs-, Presse- und Rundfunkfreiheit stehen ihrem Verbot auf der Grundlage des Vereinsgesetzes allerdings nicht grundsätzlich entgegen. Der Zusammenschluss zu einer Medienorganisation ist kein Freifahrtschein für den Weg aus dem Vereinsgesetz hinaus.

Warum das Compact-Verbot auf Grundlage des Vereinsrechts ergehen konnte

Um das Compact-Verbot ist eine hitzige Diskussion entbrannt. Die Einschätzungen reichen von legitimem Verfassungsschutz auf der einen bis hin zu verfassungswidrigem Zeitungs- und Medienverbot auf der anderen Seite. Betrachtet man das Vorgehen aus vereinsrechtlicher Perspektive und vergegenwärtigt sich die bisherige Verbotspraxis in vergleichbaren Fällen, bestätigen sich die grundsätzlichen Bedenken nicht.

Proximity, Amicable Settlements, and how the EU Guts GDPR Enforcement

The EU legislator is working on a new Regulation to modify the GDPR. Unfortunately, the reform features deeply troubling elements. It seeks to mainstream a controversial Irish approach to dealing with data protection complaints, namely “amicable settlements” between individuals and digital corporations. Further, and rather problematically, the reform foreshadows the end of the principle of proximity. Gutting – or at least eroding – the proximity principle should ring alarm bells for anyone concerned with effective judicial remedies in the EU.

Zeitungsverbot durch die Hintertür?

Mit ihrem gewohnten Impetus und einigem Inszenierungsaufwand verkündete Bundesinnenministerin Nancy Faeser am Dienstag dieser Woche das Verbot des rechtsextremen Magazins Compact. Seither ist die verfassungs- und verwaltungsrechtliche Debatte in vollem Gange. Ein Hauptkritikpunkt: das als Grundlage des Verbots gewählte Vereinsrecht. Tatsächlich spricht einiges dafür, dass dieses das gezielte Verbot eines Medienerzeugnisses nicht tragen kann.

Vereinsverbote zum Schutze der Menschenwürde

Mit dem Verbot der „COMPACT-Magazin GmbH“ und der „CONSPECT FILM GmbH“ ist nach Ansicht der zuständigen Bundesinnenministerin Nancy Faeser „ein harter Schlag gegen die rechtsextremistische Szene“ erfolgt. Als in der Verfassung vorgesehenes Instrument spricht vieles dafür, Vereinsverbote angesichts der aktuellen Herausforderungen, denen sich der freiheitliche Verfassungsstaat gegenübersieht, verstärkt in den Blick zu nehmen.  Der schlichte Hinweis auf die grundrechtliche Gewährleistung der Meinungs- oder Pressefreiheit, so die These dieses Textes, reicht auch im Kontext von Vereinsverboten nicht aus, um die Schutzmechanismen der streitbaren Demokratie beiseitezuschieben.

Verbotene Vereinsmedien

In der Auseinandersetzung mit den Gegnern der Verfassung beweist und bewährt sich der demokratische Rechtsstaat. Auch dort, wo der Kampf gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung zweifelsfrei festgestellt ist, sind die Voraussetzungen und Grenzen des Grundgesetzes selbst und der Gesetze zum Schutz der Verfassung einzuhalten. Wenig kann den Verfassungsschutz stärker delegitimieren als administrative Maßnahmen, welche rechtswidrig ergehen und später von den Gerichten beanstandet werden.